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Montag, 29. August 2005
Einstein und Newton
nicodemus, 14:16h
Täglich leben wir mit Einstein, egal ob Job oder Freizeit. Nur als Romantiker sind wir tiefe Anhänger von Newton, allem voran bei bewegenden Sonnenuntergängen.
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Dienstag, 23. August 2005
Namibia

nicodemus, 20:10h
NAMIBIA! Afrika! Ruhe, ehemalige deutsche Kolonie, Urlaub, Safaris und ähnliche Dinge fallen mir zu diesem Land ein. Interessant, wie groß der „deutsche“ Einfluss in der ehemaligen Kolonie heute noch ist. Nicht allein in der Präsenz der deutschen Sprache und deutsche Straßennamen verweisen auf die Zeiten der kaiserlichen Herrschaft. Befremdet, beinahe Erschütternd ist der urig deutsche „Lifestile“ mit Schwarzwälder Blechmusik und Heino. Kein Restaurant in Swapokmund aus dem nicht abends zu Antilope und Strauss, laut vertraute Klänge aus der Oldi - Kiste trällern und der Musikantenstadl Dauergast ist. In Swapokmund hat der Tourist noch das Gefühl germanischer Zeiten. Zwar gehört Deutsch neben Englisch (Amtssprache) und Afrikaans zu den verbreiteten Sprachen, jedoch mit abnehmender Tendenz. goethe institut namibia (pdf, 30 KB)
Als ehemalige Kolonie wird Namibia auch von Deutschland finanziell unterstützt. In erster Linie fließen Gelder für soziale Projekte und Schulbildung.
Es ist ein Land der Möglichkeiten. Gut betuchte Großwildjaeger kommen hier genauso zu ihrem Vergnügen wie Wüsten- und Wildturis (TravelBlog). Für einen Springbock zahlt man um die 280 Euro und ein Leobard kostet 1.800 Euro. Natürlich kann auch größeres Wild gejagt werden, Preise sind nur auf Anfrage erhältlich. Paviane werden von den Kindern der Farmer von den Bäumen geschossen.
Selten verirrt sich ein Tourist nordöstlich vom Etosha Park. Hier leben ethnische Gruppen wir die Damara und Himba unter Randbedingungen. Zwar sind sie beliebte Motive für Fotowütige aber aus den Einahmen der Tourismuswirtschaft erhalten sie nichts. Im Gegenteil: durch den ausbreitenden Tourismus werden die Lebensräume der Nomaden stark zurück gedrängt und zu Motiven degradiert. Diese Bevölkerungsgruppen sind nicht nur bis zu 20% Prozent von Aids betroffen, auch Alkohol und Drogen werden mehr und mehr zum Problem. Eine Vertretung in der namibischen Regierung haben sie nicht oder wird nicht zugelassen. Ursprünglich sollte die bevorstehende Landreform diesen Menschen die Möglichkeit wieder zurückgeben als Nomaden zu leben und eine Selbstversorgung sichern. Die Regierung braucht für den Staatshaushalt die zahlenden Gäste und nun wird die Reform als Mittel zum Zweck des Ausbaus für den Tourismus genutzt. Nicht offiziell, aber vieles deuten darauf hin.
Eine Kuriosität am Rande ist die deutschsprachige Allgemeine Tageszeitung Namibia. selten findet sich heute noch eine Zeitung die im Stil der Fünfziger schreibt und berichtet.
Es ist ein Land der Möglichkeiten. Gut betuchte Großwildjaeger kommen hier genauso zu ihrem Vergnügen wie Wüsten- und Wildturis (TravelBlog). Für einen Springbock zahlt man um die 280 Euro und ein Leobard kostet 1.800 Euro. Natürlich kann auch größeres Wild gejagt werden, Preise sind nur auf Anfrage erhältlich. Paviane werden von den Kindern der Farmer von den Bäumen geschossen.
Selten verirrt sich ein Tourist nordöstlich vom Etosha Park. Hier leben ethnische Gruppen wir die Damara und Himba unter Randbedingungen. Zwar sind sie beliebte Motive für Fotowütige aber aus den Einahmen der Tourismuswirtschaft erhalten sie nichts. Im Gegenteil: durch den ausbreitenden Tourismus werden die Lebensräume der Nomaden stark zurück gedrängt und zu Motiven degradiert. Diese Bevölkerungsgruppen sind nicht nur bis zu 20% Prozent von Aids betroffen, auch Alkohol und Drogen werden mehr und mehr zum Problem. Eine Vertretung in der namibischen Regierung haben sie nicht oder wird nicht zugelassen. Ursprünglich sollte die bevorstehende Landreform diesen Menschen die Möglichkeit wieder zurückgeben als Nomaden zu leben und eine Selbstversorgung sichern. Die Regierung braucht für den Staatshaushalt die zahlenden Gäste und nun wird die Reform als Mittel zum Zweck des Ausbaus für den Tourismus genutzt. Nicht offiziell, aber vieles deuten darauf hin.
Eine Kuriosität am Rande ist die deutschsprachige Allgemeine Tageszeitung Namibia. selten findet sich heute noch eine Zeitung die im Stil der Fünfziger schreibt und berichtet.
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Freitag, 19. August 2005
Begegnungen
nicodemus, 19:03h
Der Zentralversammlung der deutschen Rabbiner hat zum Papstbesuch in der Kölner Synagoge die Schofa (שׁוֹפָר) (Widderhorn) blasen lassen. Dieses Horn wird nur zu den großen jüdischen Festen, wie zum Ausklang des Jom Kippur oder Rosch ha-Schanah (Neujahrsfest) geblasen.

Eine große Geste zum ersten Besuch eines deutschen Papstes in einer deutschen Synagoge. Eine entgegenkommende Geste und ein Zeichen von der Bereitschaft eines Dialogs zwischen historisch schwierigen und belasteten Positionen.
Etwas enttäuschend war die Rede von Benedikt 16 nicht nur aus jüdischer Sicht. Enttäuschend, da die Rede, der vom Papst Johannes Paul 2. bei seinem Besuch in Israel sehr ähnlich war und wenig neue Aspekte und Bewegungen in der katholischen Kirche gezeigt hat. Heute, 60 Jahre nach der Ermordung von allein 11.000 Juden in Köln ist das ansprechen der "dunkelsten Zeit deutscher und europäischer Geschichte" sicher sehr wichtig und das Gedenken an die Opfer des Holocaust selbstverständlich. Die katholische Kirche in Deutschland muss aber in Zukunft mehr tun um den Antisemitismus und Rassismus zu unterbinden und Toleranz zu fördern. Zu oft ist es gerade in sehr katholischen Gemeinden das Unverständnis gegenüber ehemaliger Täterschaft und fehlender Bereitschaft zum Dialog zu spüren. Die „Mission Versöhnung“ darf nicht allein in diesem Ansatz stehen bleiben, vielmehr ist zu einem gegenseitigen Verständnis und zur Erinnerung an die Gräuel auch die Arbeit eines jeden Gläubigen nötig. Es geht nicht allein um die gemeinsamen Wurzeln im Glauben, auch das gegenseitige Kennen lernen verhindert den Aufbau von Vorurteilen und Missverständnissen die weiterhin genährt werden. Für die Zukunft kann es nur eine Aufgabe für die Jugend sein, einen gangbaren Weg zur Gemeinsamkeit zwischen Christen und Juden, die über die geschichtlichen Barrieren hinausgeht, zu finden.
Verglichen mit dem 30. deutschen Kirchentag in Hannover steckt die katholische Veranstaltung in Köln noch in den kommunikativen Kinderschuhen wenn es um die Auseinandersetzung mit den deutschen Juden geht. Setzt man sich in der evangelischen Kirche bedeutend und weitgehend mit dem Judentum und den jüdischen Mitbürgern auseinander, hat man im Handeln des Vatikans das Gefühl von Berührungsängsten. Genau diese übertriebene Zurückhaltung ist zwischen den Kulturen und Religionen zu vermeiden.
auszug aus der papstrede (doc, 28 KB)

Eine große Geste zum ersten Besuch eines deutschen Papstes in einer deutschen Synagoge. Eine entgegenkommende Geste und ein Zeichen von der Bereitschaft eines Dialogs zwischen historisch schwierigen und belasteten Positionen.
Etwas enttäuschend war die Rede von Benedikt 16 nicht nur aus jüdischer Sicht. Enttäuschend, da die Rede, der vom Papst Johannes Paul 2. bei seinem Besuch in Israel sehr ähnlich war und wenig neue Aspekte und Bewegungen in der katholischen Kirche gezeigt hat. Heute, 60 Jahre nach der Ermordung von allein 11.000 Juden in Köln ist das ansprechen der "dunkelsten Zeit deutscher und europäischer Geschichte" sicher sehr wichtig und das Gedenken an die Opfer des Holocaust selbstverständlich. Die katholische Kirche in Deutschland muss aber in Zukunft mehr tun um den Antisemitismus und Rassismus zu unterbinden und Toleranz zu fördern. Zu oft ist es gerade in sehr katholischen Gemeinden das Unverständnis gegenüber ehemaliger Täterschaft und fehlender Bereitschaft zum Dialog zu spüren. Die „Mission Versöhnung“ darf nicht allein in diesem Ansatz stehen bleiben, vielmehr ist zu einem gegenseitigen Verständnis und zur Erinnerung an die Gräuel auch die Arbeit eines jeden Gläubigen nötig. Es geht nicht allein um die gemeinsamen Wurzeln im Glauben, auch das gegenseitige Kennen lernen verhindert den Aufbau von Vorurteilen und Missverständnissen die weiterhin genährt werden. Für die Zukunft kann es nur eine Aufgabe für die Jugend sein, einen gangbaren Weg zur Gemeinsamkeit zwischen Christen und Juden, die über die geschichtlichen Barrieren hinausgeht, zu finden.
Verglichen mit dem 30. deutschen Kirchentag in Hannover steckt die katholische Veranstaltung in Köln noch in den kommunikativen Kinderschuhen wenn es um die Auseinandersetzung mit den deutschen Juden geht. Setzt man sich in der evangelischen Kirche bedeutend und weitgehend mit dem Judentum und den jüdischen Mitbürgern auseinander, hat man im Handeln des Vatikans das Gefühl von Berührungsängsten. Genau diese übertriebene Zurückhaltung ist zwischen den Kulturen und Religionen zu vermeiden.
auszug aus der papstrede (doc, 28 KB)
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Mittwoch, 17. August 2005
Volkssport "Dirndl Flierga"
nicodemus, 18:48h

Auschschnitt aus dem österr.online Kurier Leider ist die verweisende Url verschwunden (ins Wasser gefallen).
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Montag, 15. August 2005
Ein Taler in den Beutel klingt - eine Seele zum Himmel springt!nicodemus, 14:25h
Ca. 800.000 Menschen werden während des Weltjugendtages am Marienfeld ein „Visum aus dem Fegefeuer“ (Kasseler Allgemeine 10.08.2005) erhalten, besser gesagt: eine kollektive Vergebung der Sünden. Benedikt der XVI. hat den vatikanischen Regalhüter des „Sonderablasses“, der etwas verstaubt aber wirksam ist, wieder hervorgeholt. Der Eintritt zu diesem Generalerlass in verschiedenen Stufen (vielleicht je nach Eintrittskarte) ist natürlich nicht günstig, Zwischen € 40,-- und € 169,-- muss der Sünder schon berappen um dabei zu sein. Trotz des hohen Preises zum Erlass werden aber nicht allen Teilnehmern gleich die Verfehlungen erlassen. Ein Katholik muss „… mit der erforderlichen Hingabe an der Veranstaltung teilnehmen“, so US Kardinal James Francis. Nichtkatholiken - die sich dahin verlieren wird nur ein Teilerlass zu Gute kommen, ebenso wie Neugierigen die dieses Spektakel über die Flimmerkiste besuchen. Was aber machen die armen Katholiken in Afrika oder Asien die weder die Chance haben dabei zu sein noch es über den Bildschirm zu sehen?? Tja, ich stelle mir gerade vor wie das sein wird wenn für eine Sekunde Millionen Menschen die Sünden vergeben werden.
Belustigt habe ich die Kommentare der erzkatholischen Medien gelesen und auch etwas nachdenklich, ob alle Kirchenleute damit einverstanden sind. Zufällig traf ich gestern einen alten Bekannten und regen Diskutierter - ein Franziskanerpater in Frankfurt. Ich werde das Kloster und den Namen des Paters nicht veröffentlichen um seine wichtige und hingebungsvolle Arbeit mit Taubstummen und Blinden nicht durch ständiges Telefonläuten zu stören. Jedenfalls hat mich der Pater in meiner Ansicht, über die kaum zu überbietende Dummheit mit Kopfschütteln, bestärkt. Das ist nicht ein Schritt zurück sondern ein Verfall der Lehre Jesu und ein Schlag gegen die Gläubigen, meinte der Pater - der auch von der Kanzel gegen die Borniertheit des Vatikans predigt und sich nicht nur Freunde macht.
Ein Mann der Kirche und der Menschen, der nicht danach fragt ob jemand Katholik ist oder nicht. Mit Kirchenmenschen wie Ihm sehe ich eine friedliche Zukunft, ebenso mit Rabbinern und Imane die offen für Jeden sind und nicht für die Macht.
Belustigt habe ich die Kommentare der erzkatholischen Medien gelesen und auch etwas nachdenklich, ob alle Kirchenleute damit einverstanden sind. Zufällig traf ich gestern einen alten Bekannten und regen Diskutierter - ein Franziskanerpater in Frankfurt. Ich werde das Kloster und den Namen des Paters nicht veröffentlichen um seine wichtige und hingebungsvolle Arbeit mit Taubstummen und Blinden nicht durch ständiges Telefonläuten zu stören. Jedenfalls hat mich der Pater in meiner Ansicht, über die kaum zu überbietende Dummheit mit Kopfschütteln, bestärkt. Das ist nicht ein Schritt zurück sondern ein Verfall der Lehre Jesu und ein Schlag gegen die Gläubigen, meinte der Pater - der auch von der Kanzel gegen die Borniertheit des Vatikans predigt und sich nicht nur Freunde macht.
Ein Mann der Kirche und der Menschen, der nicht danach fragt ob jemand Katholik ist oder nicht. Mit Kirchenmenschen wie Ihm sehe ich eine friedliche Zukunft, ebenso mit Rabbinern und Imane die offen für Jeden sind und nicht für die Macht.
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